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Liebes Tagebuch

Eine Delikatesse erobert die Gaumenfreude als Gesundheidssnack chinesischer Gourmets , Urin-Eiern. Da läuft einem wirklich das Wasser im Mund zusammen, kurz bevor man sich bei der Vorstellung dieser kulinarischen Leckerbissen übergeben muss.
Man nimmt Knabenurin – der von Mädchen, wie sollte es anders sein, eignet sich nicht dafür – und kocht darin stundenlang die Eier, um so eine Delikatesse zu erhalten. Also, in China ist ja bekanntlich alles eine Delikatesse.  Das Einzige, was vier Beine hat und nicht als kulinarische Spezialität in China verspeist wird, sind ein Tisch und ein Stuhl; aber wahrscheinlich ist das auch nur noch eine Zeitfrage und abhängig davon, womit man diese garnieren kann. Es ist also nicht auszuschliessen, dass diese hölzernen Objekte eines Tages in irgendetwas eingetaucht und aufgeweicht werden bis sie zu einem Nationalgericht mutieren.


Aber zurück zu diesen Überraschungseiern. Jetzt rümpft man ja bei der Vorstellung sich solch einen Leckerbissen auf der europäischen Zunge zergehen zu lassen nicht nur die Nase, vielmehr droht einem auch wieder der Mageninhalt von vorgestern hochzukommen. Europäische Gaumenfreuden definieren sich halt anders, denn man verteilt bei uns einfach keine Körpersäfte, die eigentlich in die Toilette gehören, über irgendwelche Nahrungsmittel.

In China ist man da ähem, hüstel … einfach weiter, flexibler und anspruchsvoller. Da sammelt man die flüssigen Hinterlassenschaften von Knaben ein, die man normalerweise fachgerecht entsorgen sollte, und verkocht und vergärt darin Eier.
Auch bezüglich Hygiene ist man in diesem asiatischen Land viel weiter, als wir es in Europa jemals sein könnten. Da hängt das Fleisch in der Sonne vor sich hin, unter hygienischen Bedingungen, bei denen jeder deutsche Lebensmittel-Prüfer einen Herzinfarkt bekommen würde, während sich Fliegen und andere Insekten gütlich daran tun und eventuell gleich als Nachtisch dienen. So etwas gäbe es ja bei uns nie. Dafür haben wir halt die Fleischskandale, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen, dank eines löchrigen Überwachungssystems, das nur auf dem Papier funktioniert.

Bei uns in Europa basteln Sterneköche ja auch immer an einem Teller herum und kaspern da einen Hauch von nichts drauf, bei dem dann ein Raunen durch den Saal geht. Bei einem proletarischen Durchschnittsverdiener und normal Sterblichen schrillen an dieser Stelle immer gleich die Alarmglocken, weil er davon ausgehen kann, an diesem Abend hungrig ins Bett zu gehen. Also lässt er sich vorsorglich vom Kellner schon einmal den Weg zum nächsten Schnellimbiss erklären, um zumindest sicherstellen zu können, dass nach diesem kulinarischen Abenteuer sein Hunger gestillt sein wird.

Generell, und deswegen sollte man Vorurteile ja lieben, schaffen diese, dank eingeschränkter Betrachtungsweise, so ein überschaubares Weltbild. Vorurteile sind ein willkommenes Hilfsmittel um andere Länder, Sitten und Kulturen gleich einmal abzustrafen und als minderwertiger zu betrachten. Aus diesem Grund war mir ja China schon immer suspekt. Ein Land, das die meisten Todesurteile vollstreckt, um den Organhandel aufrecht zu erhalten, das sich militärisch hochrüstet um uns vielleicht irgend wann einmal einen Hausbesuch abzustatten und dessen kulinarische Spezialitäten vielfach aus Dingen bestehen, die man in Europa sofort entsorgen würde, ist immer verdächtig.

Dein Günter

Urineier China

Gesellschaft

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