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Liebes Tagebuch

Der Mann hat es ja in sich, das weiss man ja nicht erst seit Edison die Glühbirne erfunden hat. Geballte Energie und schöpfungsgeschichtlich nachweislich der erste Teilnehmer auf diesem Planeten, so Gott will. Wenn das kein Qualitätsmerkmal ist, von Gott geschaffen und dennoch von vielen Evas völlig verkannt, wurde aus der Erfolgsgeschichte „Mann“ eine Seifenoper zum Anfassen.

Dabei sah seit Anbeginn im Paradies alles so vielversprechend und verheissungsvoll für ihn aus. Doch dann kreuzte die grösste Herausforderung in der Evolutionsgeschichte seinen Weg. Nicht etwa ein anderer Mann oder ein Auto, das er umfrisieren wollte, sondern Eva, des Satans liebstes Spielzeug und Verbündete. Bis heute sind ja viele der irrigen Meinung, Frauen und Männer seien füreinander geschaffen und gehörten zusammen, und da kommen doch erhebliche Zweifel … ähem, Fragen auf.

Grundsätzlich gilt ja, wenn ein Mann eine Frau kennenlernt, ihr etwas Romanistisches vorsäuselt, sie also manipulativ auf seine Seite ziehen möchte, sei es mit Blumen oder schönen Worten, dann ist das für ihn eine Art Investition.
Eine Investition, weil er genau weiss, dass er mit ihr besser durchs Leben kommt als alleine zu bleiben. Also, er ist sich im Klaren, dass er es auch alleine schafft, hat aber doch seine Zweifel und ist sich in Wirklichkeit nicht ganz sicher.
Weshalb er am Ende auch eine auserwählt.

Einen Mann mit drogenähnlichen Substanzen gefügig zu machen, ihn zu überzeugen oder zu überreden kann in schierer Hoffnungslosigkeit enden und nicht selten scheitern. Ein weiblicher Körper aber, mit seinen Rundungen und charismatischen Formen macht ihn innert Sekunden unter Umständen willenlos.
Für einen Mann ist der weibliche Körper eine Garage, ein Sandkasten, eine Baustelle, ein Abenteuerspielplatz und Feng-Shui-Erlebnispark, kurzum ein Ort, an dem er Kind, pubertierender Teenager oder auch herangereifter Mann sein kann.
Es gibt sooo viel zu entdecken was er vorher nicht kannte oder wovon er noch nie etwas gehört hat - und alles das vereint im weiblichen Körper.

Selbst nach Jahren des Zusammenseins entdeckt er an ihr mannigfaltige Verhaltensweisen und erogene Zonen, die in kalten Wintermonaten für viel Unterhaltung sorgen können. Das ist ja für eine Frau umgekehrt ähnlich. Allerdings, um einen männlichen Körper zu verstehen, bedarf es eines kurzen Telephonates mit der Freundin, der Telephonseelsorge und im schlimmsten Fall eines intensiven gottesfürchtigen Gespräches von zwei Minuten mit dem Dorfpfarrer und schon weiss sie alles über die männliche Psyche, wie sie funktioniert und wie man aus dem Mann ein willenloses Geschöpf macht und ihm das Gefühl vermittelt, doch noch an irgendwelchen Entscheidungen mitbeteiligt zu sein.

Ein Mann würde sich niemals in einem ersten Schritt zu ihrer Oberweite, die 80% seines Blickfeldes in Anspruch nimmt, oder sonstiger körperlicher Rundungen äussern. Um von seinen wirklichen Absichten abzulenken sagt er ihr auch immer, dass er ihren Intellekt und ihre Selbstständigkeit bewundert, in Wirklichkeit lechzt er der ersten Nacht entgegen und hofft darauf, dass nicht wieder alles nach kurzer Zeit in endlosen Diskussionen endet, wie bei ihrer Vorgängerin.

Vor allem aber, wehe sie gibt ihm zu früh kontra, dann kann es schnell passieren, dass er sich nach den Tagen seines Alleinseins zurücksehnt. Ist es ihr jedoch irgendwann zu dumm und sie schmeisst ihn raus, dann bedauert er natürlich alles und möchte sie am liebsten doch wieder zurück haben. Sie jedoch hat mittlerweile erkannt, was er für ein Vollpfosten ist und macht sich wieder bereit für den Partnermarkt, nur halt ohne ihn.

Generell ist jedoch eine Partnerschaft aus männlicher Sicht eine Art kostenloses Investitionspaket, wenn man einmal davon absieht, dass er für Essen, Kino, Wohnung, Möbel und Friseur etc. zur Kasse gebeten wird. Es sei denn, sie verdient so viel Geld, dass sie ihn permanent einlädt und man den geschlechtlichen Unterschied zwischen beiden nur noch daran erkennt, dass er nicht schwanger werden kann.
Letztendlich beinhaltet eine Partnerschaft für den Mann, auch wenn das keiner zugeben würde, die Möglichkeit, sich je nach Situation, Leidenschaft etc. hormonell kostenlos auszugleichen.

Wären da nicht wiederum ihr Intellekt und ihre Selbstständigkeit, die grössten Gegner seiner Triebe, denn mittlerweile beanspruchen Frauen die gleichen Rechte für sich bezüglich körperlicher Begierden, und das ist ein echtes Problem für ihn. Die männliche Evolution zieht nicht automatisch in der gleichen Geschwindigkeit mit, in der Frauen die Gleichberechtigung für sich zu Recht einfordern.
Also, eines muss mal allen Frauen an dieser Stelle gesagt sein: Männer, egal was sie Euch um die Ohren säuseln und Ihr gerne hören wollt, wie oft sie Euch ins Kino und zum Essen etc. einladen, Männer rechnen immer in Nächten. Jede Nacht in der nichts gegangen ist, bedeutet einen herben Rückschlag und ist für ihn kaum zu ertragen, weil er sich als Verlierer sieht. Natürlich ist es beim nächsten Wiedersehen kein Thema für ihn, wenn er ihr souverän mitteilt, gar keine Lust gehabt zu haben, aber in Wirklichkeit zählt er schon die nächsten Stunden bis man eventuell gemeinsam im Bett landet.
Sie wiederum findet so viel Verständnis und Zurückhaltung seitens des Mannes natürlich toll und berichtet ihren Freundinnen gleich davon.

Wo gibt es noch Männer, die wirklich auf die Bedürfnisse einer Frau eingehen!? Da hat sie wirklich einen Glücksgriff mit ihm gemacht, ohne zu wissen, was da für ein Vulkan unter der Oberfläche brodelt und dass er gerade eventuell zu einem Soziophaten mutiert, weil alle Hormone und Samenstränge die gesamte Blutzufuhr zum Gehirn blockieren. Für ihn ist es Höchstleistung sie abzuweisen, weil er angeblich zu müde und erschöpft ist oder es eigentlich ruhig angehen möchte, obwohl ihn eine innere Stimme in diesem Moment fragt, ob er eigentlich noch ganz zurechnungsfähig sei, sich nüchtern bei vollem Bewusstsein zu verweigern.
Mit dem Auto bei Tempo 250 gegen eine Betonwand zu rasen ist nicht weniger anspruchsvoll.

Eine Frau, die nicht mag, für die ist es keine grosse Sache und sie meint es auch so. Für einen Mann, der nicht mag ist es ein Bezwingen der Schöpfungsgeschichte. Das hebt allerdings sein Selbstbewusstsein, weil er endlich wieder einmal eine Entscheidung trifft, ohne anfänglich zu merken, dass er diese Entscheidung sein Leben lang bereuen wird.

Ein Mann kann sich stundenlang an einem weiblichen Körper zu schaffen machen, trotz der Gefahr, dass dies nicht zum Erfolg führt, er kann alles an Ideenreichtum einsetzen was in seiner Familie seit Generationen an Erfahrungswerten weitergegeben wurde, jede noch so ausserirdische Technik anwenden um sie in den Schwung und die Begeisterung zu versetzen, die endlich dazu führt, sich ihm hinzugeben, auch wenn sie mental ganz woanders ist und wirklich weder Begeisterung noch Lust darauf hat.

Am Ende gestaltet sie diesen körperlichen Abend doch noch irgendwie mit, weil er es nach fünf Stunden aufopferungswilliger Menschheitsgeschichte unter tausend Stimulationsaspekten doch geschafft hat, 0,1% bei ihr anzusprechen und sie nicht nur leidenschaftslos bereit ist, es über sich ergehen zu lassen, sondern auch eine gewisse 2%ige Euphorie aufzubringen, um sich doch noch an seinem Unterfangen zu beteiligen. Ähnlich dem Backen, wenn sie herumexperimentiert hat und ihr das Endergebnis mundet.

Eine Frau hat es bei gleichen Bedürfnissen viel leichter einen Mann von ihrem Vorhaben zu überzeugen und ihn zu begeistern. Ein Griff an die richtige Stelle, ein Wort im geeigneten Moment und er liegt ihr willenlos und verloren zu Füssen.

Dein Günter
Gesellschaft

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