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Liebes Tagebuch

Neulich bin ich über verschiedene Artikel gestolpert, die es wirklich in sich hatten und das Thema Homosexualität in einem völlig neuen Licht erschienen liessen. Bisher durfte man ja immer davon ausgehen, dass es alle Betroffenen alles andere als einfach haben, trotz unseres scheinbar so aufgeklärten Zeitalters.

Dass Homosexualität allerdings von einigen religiösen oder sonstigen extremen Gruppen als Krankheit betrachtet wird, ist eine völlig neue Erkenntnis. Also, d.h., wir haben es nicht mehr mit Menschen im eigentlichen Sinn zu tun, sondern mit Patienten, die von einem speziellen und schweren Virus, ähnlich einer Grippe, befallen wurden. Aus diesem Grund besteht für sie auch Hoffnung, denn das Ganze soll dann auch durch Therapien heilbar sein, also ähnlich einer Entzugsklinik, nur halt anders.

Das schafft ganz neue Perspektiven, vor allem haben jetzt diese Patienten endlich einmal eine Zukunft und jedem Aussenstehenden wird klar, dass man ihnen helfen kann und muss. Es ist geradezu eine gesellschaftliche Verpflichtung ihnen in ihrer schwersten Stunde beizustehen. Sie sind schwul? Kein Problem, Ihnen kann geholfen werden!

Wow, das mit der Krankheit ist eine klare und verbindliche Aussage, mit der man etwas anfangen kann und die vieles erklärt, was vorher scheinbar unbeantwortet blieb. Bisher dachte man ja immer, wenn man mit einem Schwulen redet, ihm die Hand gibt, sich im gleichen Zimmer aufhält, ihn anrempelt oder ihn auf der Autobahn überholt, dass es dann schon um einen geschehen ist und man sich anstecken kann, aber jetzt ergibt sich ein ganz neues Bild.

Bei uns Zuhause haben wir gleich zusätzlich Knoblauch, ein Kruzifix und ein Poster der Jungfrau Maria über den Eingang gehängt, nur um sicher zu gehen, dass sich nicht versehentlich jemand vom anderen Ufer einschleicht, oder uns ansteckt. Auch stellt sich die Frage, wenn man jeden Schwulen sicherheitshalber einvakumierte, ob dann die Gefahr der Verbreitung zusätzlich gebannt wäre, so als präventive Massnahme? Zumindest könnte diese Krankheit dann nicht mehr über die Luft übertragen werden; also Gegenmassnahmen sind durchaus möglich und vorhanden. Vielleicht noch ein Schwulen-Scanner am Flughafen und ab geht‘s, statt in den bequemen Sitz, in einer Holzkiste in den Laderaum.

Es ist immer wieder eindrücklich, wie sich die Denkweise des Mittelalters auch heute noch unter uns breit macht, und wenn man bedenkt, dass es in zahlreichen Ländern unter Strafe steht schwul/bisexuell zu sein, dann fühlt man sich regelrecht in die Vergangenheit zurückversetzt.
So quasi Mittelalter im 21. Jahrhundert. Auch diese momentane Diskussion um die Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren und deren Recht darauf, Kinder zu adoptieren; wer ist nur auf diese Idee gekommen?

Man stelle sich nur einmal vor, wie zwei Homosexuelle/Bisexuelle einen gemeinsamen Haushalt führen, arbeiten gehen, Steuern zahlen, den Müll runterbringen usw. Alles ist perfekt bis auf den Kinderwunsch. Das ist ja nahezu eine Frechheit, wenn sie schon homosexuell oder bisexuell sein dürfen, dann auch noch einen Anspruch auf ein Kind zu erheben.
Die Sachlage ist ja ganz einfach und da müssen wir uns unbedingt die Religionen als Vorbild nehmen. Es heisst ja Adam und Eva und nicht Robert und Rüdiger oder Anna und Else.
Wäre dem nämlich so gewesen, wäre die ganze Paradiesgeschichte ein echter Reinfall geworden und die Bibel hätte es nie gegeben, weil die ganze Schöpfungsgeschichte zum Scheitern verurteilt gewesen wäre.

Kein Wunder wehren sich alle möglichen religiösen Hinterwäldler zu Wort. Wie gekonnt sie sich herauswinden, Gleichberechtigung ok, aber ... und schon gar keine Adoption. Toll, eigentlich wollen sie gleiches Recht und Respekt für alle, aber mit Einschränkung. Wenn der Papst in Rom wüsste, wie viele seiner pädophilen Priester und sonstigen Mitarbeiter auch noch zusätzlich schwul sind, da könnte er bis zum Lebensende das Vater unser aufsagen und hätte keine Zeit mehr für andere Dinge.

Aus diesem Grund gilt die Parole, wir sagen entschieden "vielleicht" und sprechen uns für die Gleichberechtigung von gleichgeschlechtlichen Paaren aus oder zumindest zu 60%.
Nur halt nicht bei der Adoption, das sollte man doch Familien überlassen, die davon eine Ahnung haben und sich durch ihr Geschlecht dafür qualifizieren.
Also, so ein Elternhaus, indem Kinder geschlagen, gebrochen und sonstwie malträtiert werden, das ist halt Pech, solange es sich um ein von Gott gewünschtes Ehepaar handelt, so mit Mann und Frau.

Aber ein Schwulenpärchen oder Lesbenpärchen, mit besten Voraussetzungen ein Kind liebevoll und anständig aufzuziehen, das liegt einfach nicht drin, soweit darf Toleranz, Menschenwürde und Gleichberechtigung einfach nicht reichen oder missverstanden werden.

Willkommen im Mittelalter, einfach bemerkenswert, wie man gegenwartsbezogen die Vergangenheit immer noch aufrecht erhält. Mal sehen, was unsere politischen und religiösen Wirrköpfe noch alles zustandebringen um gleichgeschlechtliche Beziehungen anzuerkennen, aber eigentlich doch nicht ganz.
Zwar sind sie zu 100% für eine Gleichberechtigung und Gleichstellung , aber eben doch mit erheblichen Vorbehalten. Was wäre wohl, wenn sich am Ende herausstellt, dass die Schöpfungsgeschichte ganz anders ablief? So mit Norbert und Bernd und der teuflischen Schlange Richard und in Wirklichkeit eine Dreiecksgeschichte unter Männern war?

Dein Günter
Gesellschaft

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